Anne Laxy
Laxy PR für das Päpstliche Komitee für Geschichtswissenschaften,
Vatikan
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„Hitlers Papst? –
das Presseecho auf die Ausstellung „Opus Justitiae Pax –
Eugenio Pacelli - Papst Pius XII“
„Papst Pius XII. hat nicht geschwiegen“! So oder ähnlich
titeln zahlreiche Zeitungen in ihrer Berichterstattung zur Berliner
Station der Vatikan-Ausstellung „Opus Justitae Pax. Eugenio
Pacelli – Papst Pius XII.“ Auch „Süddeutsche
Zeitung“ und „Jüdische Allgemeine“ stimmen
in diesen Tenor mit ein.
Wie ist dieses Faktum zu erklären, das einem Paradigmenwechsel
in der allgemeinen Berichterstattung gleichkommt? Hatte man nicht
45 Jahre lang das Gegenteil behauptet? Hat nicht seit dem 20. Februar
1963 - das ist der Tag, an dem am Berliner „Theater am Kurfürstendamm“
vom kommunistischen Regisseur Erwin Piscator „Der Stellvertreter“
von Rolf Hochhuth uraufgeführt worden ist – alle Welt
in Pius XII. einen Nazikollaborateur gesehen, der aus Antisemitismus
zum Holocaust geschwiegen hat?
Doch. Genau so ist es gewesen! 1963 wurden katholische Gegenstimmen
überhört oder verächtlich gemacht, und in den vier
Jahrzehnten danach waren die Stimmen jener Historiker, die die Wahrheit
über Papst Pius XII. verbreitet haben, in den Wind gesprochen.
Noch im November 2008 wurde hier in Berlin ein Historiker bei seinem
Vortrag niedergebrüllt, weil er es wagte, der seit Hochhuth
gewohnheitsmäßig verbreiteten Desinformationsthese vom
Stillhaltepakt zwischen Hitler und Papst Pius XII. entschieden zu
widersprechen.
Warum jetzt diese erstaunliche Wende? Warum gilt Rolf Hochhuth jetzt
als „ein Mann von gestern“? Warum hat die öffentliche
Meinung ihn nicht schon lange als eben jenen Geschichtsfälscher
gesehen, der er mit seinem Theaterstück „Der Stellvertreter“
von Anfang an war?
Warum kommt im ZDF-Kulturmagazin „aspekte“ erstmals
in Deutschland Garry L. Krupp, der Präsident der jüdische
Stiftung „Pave the Way“, mit dem Satz zu Wort: „Pius
XII. war ein mutiger Papst, der viele Juden rettete.“?
Weshalb verbreitet seit dem 23. Januar 2009, das ist der Tag an
dem hier im Neuen Flügel von Schloß Charlottenburg die
Papstausstellung über Pius XII. eröffnet worden ist –
fast kein Journalist mehr die Schwarze Legende vom Papst, der angesichts
des Holocausts moralisch versagt hat? Wieso blasen in dieser Causa
nur noch „Neues Deutschland“ und „tageszeitung“
zum Kulturkampf gegen den Vatikan?
Weil alles seine Zeit hat? Weil sich die Wahrheit irgendwann immer
durchsetzen wird? Ich weiß es nicht – obwohl ich der
Produzent der Berliner Ausstellung bin. Aber ich freue mich sehr
darüber.
Ingo Langner,
Produzent der Berliner Papstausstellung
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